Ob True Crime, Stimmen aus der Kultur oder historische Geschichten – Podcasts erfreuen sich höchster Beliebtheit und sind zu unseren täglichen Begleitern geworden. Beim Podcastfestival «Aaraufs Ohr» im Kreuz – Raum für Kultur präsentiert Kanal K sechs Podcasts und ein Talk zum Thema vor Publikum und als Live-Übertragung.
Geschichten aus Aarau
Am Podcastfestival kehren die beiden Historiker Simon Kalberer und Manuel Näf in ihrer neuen Folge von «Geschichten aus Aarau» in die Revolutionszeit von 1798 zurück. Im Zentrum steht diesmal aber nicht die revolutionäre Bürgerschaft der Stadt, sondern eine Frau aus einem bekannten Aargauer Adelsgeschlecht. Der Ruf nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und die anbrechende Helvetik stellten für sie nicht eine Verbesserung ihrer Verhältnisse in Aussicht, sondern der Verlust ihrer Privilegien. Umso erstaunlicher, dass sich die adlige Witwe im Frühjahr 1798 just in dem Moment in Aarau aufhielt, als die Aarauer*innen sich von Bern lossagten und den ersten Freiheitsbaum errichteten. Simon und Manuel erzählen die Geschichte einer beeindruckenden Frau, die ihre Familie durch die Umbruchszeit der Revolution steuerte, Kontakt mit prägenden Persönlichkeiten der Aufklärung pflegte und dabei immer wieder nach Aarau zurückkehrte.
AARAUFS OHR – EIN PODCASTFESTIVAL
AARAU Kreuz, So, 10. November, 10.30 Uhr
Steiner gegen Rütti – Barfuss vs. Gummistiefel
Zwei Moderatoren, zwei Standpunkte, eine Stunde. Beim ersten Hinhören klingt «Steiner gegen Rütti» nach einer ganz normalen Polit-Diskussion. Doch schnell wird klar: Es geht um alles – nämlich um nichts. Jedenfalls nichts von Relevanz. Statt komplizierten Sozialwerken und langweiliger Aussenpolitik gibt’s deutlich mehr Humor und auch genug Musik aufs Ohr. Die wird allerdings nicht aufgrund ihrer Qualität oder Aktualität ausgewählt, sondern schlicht, um das eigene Argument zu untermalen. Dabei wird sorgfältig darauf geachtet, die Bezüge möglichst weit herzuholen. In jeder Ausgabe wird zudem eine passende Persönlichkeit vorgestellt und dem Volk in einer erbaulichen Predigt oder einer zackigen Parade die Leviten gelesen. In der Live- Ausgabe erklärt Steiner, warum er am liebsten mit nackten Füssen unterwegs ist und den Boden unter den Füssen spürt. Rütti hingegen macht sich für solide Stiefel stark, geeignet für Viehzucht, Fischerei und Hochwasser. Steiner gegen Rütti – unpolitisch, unsinnig, unterhaltsam.
FINTA*view
Bei FINTA*view kommen FINTA*-Personen aus der Kulturbranche zu Wort. Das Podcast-Projekt von Jana Heimgartner und Shannon Hughes möchte Feminismus und Kulturjournalismus verbinden, da beide ihrer Meinung nach zu kurz kommen. FINTA* steht für Frauen, inter-, nicht-binäre-, trans- und agender Menschen. FINTA*view beleuchtet nicht nur das Schaffen von FINTA*-Personen, sondern auch ihren Werdegang und wie sie die Schweizer Kulturbranche wahrnehmen. Von Literatur, über Kunst, Musik, Performance und Kulturmanagement: Hier bekommst du einen persönlichen Einblick von spannenden Personen über ihre Projekte. Jana und Shannon treffen regelmässig auf Schlüsselfiguren der Schweizer Kulturszene und geben dir einen Überblick aus einer intersektional-feministischen Perspektive. Am 10. November sprechen sie live im Kreuz mit der Oltner Autorin Rebekka Salm. Nach ihrem Erfolgsdebut «Die Dinge beim Namen» hat sie im Frühling dieses Jahres ihr zweites Werk «Wie der Hase läuft» vorgelegt, das zum Interessantesten der jüngeren Schweizer Literatur zählt.
KrimiGliir – Wahre Geschichten über Verbrechen in der Schweiz
Eine über 80-jährige Dame wird tot in ihrem Haus gefunden. Sie wurde brutal erstochen. Schnell hat die Polizei einen Hauptverdächtigen: ihr 27-jähriger Enkel. Hat er diese schlimme Tat wirklich begangen, und wenn ja, wieso? Szenewechsel: Eine junge Autostopperin wartet auf eine Mitfahrgelegenheit. An ihrem Ziel wird sie nie ankommen. Erst Jahre später entdeckt ein Pilzsammler Teile ihrer Leiche. Wurde sie Opfer eines Verbrechens?
Diese Geschichten zeigen: Unglaubliche und tragische Kriminalfälle gibt es nicht nur in den USA oder sonstwo weit weg. Sondern sie geschehen unter uns: im Nachbarhaus, auf unserem Spazierweg und der Strasse nebenan. Steph und Amy erzählen am Podcast-Festival zwei wahre Verbrechen aus dem Kanton Aargau. Während die eine die Geschichte vermittelt, ergänzt die andere diese mit passenden Fakten, wie zum Beispiel: Was ist ein Cold Case? Wie kommt es zu Victim Blaming? Wann verjährt Mord in der Schweiz? Was ist ein akribisches Geständnis? Und für alle, die «Gliir» nicht verstehen: Das sind Synonyme für «Gstuss», «Gschwätz» etc.