«Joyland» von Saim Sadiq, Pakistan 2022
Filmstill
Von Lahore bis Nordmazedonien – cineastische Neuentdeckungen
«Joyland» von Saim Sadiq, Pakistan 2022
Joyland lief 2022 als erster pakistanischer Film überhaupt in Cannes und gewann den Jurypreis in der Sektion «Un certain regard»: Haider, ein feingliedriger und feinfühliger Träumer, ist mit der unabhängigen Mumtaz verheiratet. Weder äusserlich noch innerlich entspricht er dem klassischen Rollenbild und ringt in der Grossfamilie um sein Ansehen. Aus der Not heraus lässt er sich von der charismatischen trans Frau Biba als Tänzer für ihre Truppe engagieren und erliegt prompt ihrem erotischen Charme. Die verbotene Romanze katapuliert die beiden mitsamt ihrem Umfeld auf eine Achterbahn der Gefühle und kollidiert mit den sensitiven Punkte einer Tabu behafteten Gesellschaft. Saim Sadiq verknotet die unterschiedlichen Lebensentwürfe in schillernden Farben zu einem brisanten Werk, das in Pakistan für Aufregung sorgte.
Ab 9. März im Kino
«Le bleu du caftan» von Maryam Touzani, Marokko 2022
Filmstill
Stoff der Träume
«Le bleu du caftan» von Maryam Touzani, Marokko 2022
Die marokkanische Filmemacherin Maryam Touzani hat mit Adam die Publikumsherzen erobert und nun mit «Le bleu du caftan» in Cannes den Preis der Filmkritik. Mit feinem Gespür für lokale Stimmungen und zwischenmenschliche Regungen beschreibt sie den Alltag in der Schneiderei von Halim und Mina in den Gassen des marokkanischen Städtchens Salé. Aus edelsten Stoffen stellen sie in aufwändiger Handarbeit Kaftane her und lassen sich in der Ruhe ihrer Arbeit auch nicht von einer drängelnden Kundin stören. Als Lehrling engagieren sie mit Youssef einen attraktiven jungen Mann, dessen Reizen sein Meister Halim kaum widerstehen kann. Der Stoff, aus dem die Träume gewoben sind.
Ab 9. März im Kino
«The Happiest Man in the World» von Teona Strugar Mitevska, Nordmazedonien/Bosnien 2022
Filmstill
Blind-Date mit Vorgeschichte
«The Happiest Man in the World» von Teona Strugar Mitevska, Nordmazedonien/Bosnien 2022
Sarajevo, 2022: Asja ist Mitte 40 und Single. Sie hat sich zu einem Dating-Event angemeldet, um den Mann ihres Lebens kennenzulernen. An dem geschichtsträchtigen Veranstaltungsort trifft sie auf Zoran, einen Banker in ihrem Alter, der jedoch mehr auf der Suche nach Vergebung als nach Liebe ist. Die Regisseurin von God Exists, Her Name Is Petrunya besticht erneut mit einer so brillanten wie messerscharfen Satire und ist im März in Baden-Wettingen zu Besuch.
Ab 23. März im Kino
(Vorpremiere mit Regisseurin: 17.3. Kino Orient Wettingen)