Ausstellung

Geschichtensammeln, gemeinsam

Von
Michael Hunziker

Laura Schuppli, Co-Kuratorin.

Die Dauerausstellung «100 × Aarau» des Stadtmuseums Aarau hat ein Update erhalten. Ein Einblick in die multimediale Schau.

«In den letzten acht Jahren hat sich gesellschaftlich wie auch in der Museumsarbeit einiges geändert», sagt Laura Schuppli, Kuratorin Digitales des Stadtmuseums. Zwar sei die seit der Eröffnung des Neubaus 2015 laufende Dauerausstellung gut gealtert, doch in der Zwischenzeit wurde man auch in Museen für Themen wie gesellschaftliche Diversität und Partizipation sensibler und die digitalen Möglichkeiten hätten sich ebenfalls weiterentwickelt. Der Zeitpunkt war gekommen, um die bestehende Ausstellung einem konzeptuellen und medialen Update zu unterziehen – was sich durchaus sehen, erleben und erspielen lässt. 

Die Kurator*innen folgten dem Ansatz der demokratischen Museumsarbeit: Mit «collecting stories» erweitert das Stadtmuseum seine Sammlung gemeinsam mit Vertreter*innen der Migrationsgesellschaft. Die Mitwirkenden bestimmen Objekte und welche Geschichten anhand der Objekte in der Dauerausstellung erzählt werden. Aktuell geht es um das Thema Freundschaft. Die (auf Video) aufgezeichneten Gespräche sind ebenso Zeitzeugen wie die Objekte. «Wir versuchen, gemeinsam mit der Bevölkerung ein vielstimmiger Erinnerungsspeicher für die Stadt zusammenzustellen», erläutert Laura Schuppli das Selbstverständnis des Stadtmuseums.

Einzigartige Perspektiven

Interaktiv lassen sich in den anderen Räumen die Objekte und deren Geschichten erschliessen: Über Tablets ist man eingeladen, mit den Gegenständen zu chatten. Mitunter nehmen die Gespräche skurrile Wendungen, in denen die Objekte aber allerhand von ihrer Geschichte preisgeben. Einen Teil der kommunizierenden Objekte hat eine Schulklasse programmiert und im Raum zur Helvetischen Revolution sind Videobeiträge von Kantischüler*innen zu sehen. Zudem gilt es, in einem interaktiven Hörspielkrimi einen Mordfall zu lösen.

Im Erdgeschoss haben neben der Kuratorin und der Sammlungsregistrarin verschiedene Aarauer*innen Bilder aus der Sammlung des Museums ausgewählt und eröffnen dabei ganz eigene Perspektiven auf die Stadt. Ausserdem kann man über ein Tablet in der Sammlung stöbern und eine assoziative Auswahl auf eine Wand projizieren. Besuchende haben also einiges zu tun – schliesslich ist es ihre Geschichte.

AARAU Stadtmuseum

stadtmuseum.ch